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Ratgeber Versicherungen - Vergleiche und Tipps zur Versicherung
Wer braucht welche Versicherung?
Berufsanfänger

Der Einstieg ins Berufsleben bringt mehr Freiheit, fordert aber auch mehr Eigen- initiative. Gerade am Anfang des Berufslebens ist oftmals ein spezieller Versiche- rungsschutz notwendig. Dabei ist die ein oder andere Versicherung für Berufsan- fänger sinnvoll - die andere nicht. Und das es vor allem preiswert sein soll, ist ja sowieso klar.

Das Thema „richtig versichern” ist aber gar nicht so schwer, wenn Sie zuallererst die folgenden zwei Regeln beherzigen :

1. Regel :Sichern Sie sich finanziell nur gegen existenzbedrohende Gefahren ab.
2. Regel :Verlassen Sie sich niemals nur auf die staatlichen Systeme, denn während der ersten Jahre Ihrer Berufstätigkeit haben Sie dort so gut wie gar keinen Schutz.

Bevor also "Herr Kaiser" Ihren Kaffee wegtrinkt, sollten Sie sich immer gründlich informieren oder Zweitmeinungen von anderen Vertretern einholen; besser sogar von unabhängigen Beratern wie uns, sofern diese alle Versicherungen vergleichen können.

So sind die einzelnen Bewertungen zu verstehen:

notwendige Absicherung   empfohlene Absicherung   weniger wichtige Absicherung   unnötige Absicherung

notwendig Berufsunfähigkeit

Im Jahr 2001 wurde die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente abgeschafft. Die Leistungen beschränken sich jetzt nur noch auf eine so genannte Erwerbsminderungsrente.

Während der ersten fünf Jahre Ihres Arbeitslebens hätten Sie aber nicht mal darauf einen Anspruch. Denn die Vorschrift ist, dass mind. 60 Monate lang Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt werden müssen, um einen Anspruch auf Frührente zu erlangen.

Wenn Sie also aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls Ihren Beruf nicht weiter ausüben können, zahlt Ihnen Vater Staat vorläufig keinen einzigen Cent.

Aber auch später sind die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung bei weitem nicht ausreichend. Wer bei Berufsunfähigkeit nicht auf einen Großteil seines Einkommens verzichten möchte und den Gang zum Sozialamt meiden will, sollte private Vorsorge treffen.

 

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sind in erster Linie die Versicherungsbedingungen entscheidend. Man sollte nicht zu sehr auf den Beitrag achten, weil sich die Bedingungen der einzelnen Gesellschaften gravierend unterscheiden. Hier den falschen Anbieter gewählt zu haben, kann im Leistungsfall fatale Folgen nach sich ziehen.

notwendig Private Haftpflicht

Wer anderen einen Schaden zufügt, haftet dafür in unbegrenzter Höhe.

Oft ist es zwar nur die kaputt gemachte Brille oder der Rotweinfleck auf dem Sofa, doch vor allem bei Personenschäden kann Ihre Haftung schnell in die Hunderttausende oder in die Millionen gehen. Eine Haftpflichtversicherung ist darum absolut notwendig und kostet zudem auch nicht viel (ab ca. 40 EUR pro Jahr, für Singles ab ca. 32 EUR).

empfehlenswert Unfallversicherung

Bleibende Schäden nach einem schweren Unfall bedeuten oft hohe Kosten, z.B. für die Umschulung auf einen anderen Beruf oder für den behindertengerechten Umbau des Autos oder der Wohnung. Oft ist sogar ein kompletter Umzug in eine andere Wohnung notwendig.

Die gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) leistet jedoch nur dann, wenn es sich um einen Arbeitsunfall handelt. Die meisten Unfälle geschehen aber in der Freizeit.

Eine private Unfallversicherung ist deshalb zu empfehlen.

notwendig Krankenversicherung

Eine Krankenversicherung ist für jeden grundsätzlich ein Muss.

Wenn Sie bei Berufsanfang ein Angestelltenverhältnis eingehen, sind Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, sofern Ihr Jahreseinkommen geringer als 54.900 € ist.

Das gesetzliche Krankenversicherungssystem hierzulande war weltweit lange vorbildlich, doch mit jeder Gesundheitsreform wurden die Leistungen in den letzten Jahren reduziert oder ganz gestrichen. Viele erwägen deshalb den Wechsel in eine private Krankenversicherung. Dahin können Sie jedoch nur dann wechseln, wenn Ihr jährliches Bruttoeinkommen über der sog. liegt.

Aber auch wenn das nicht der Fall ist, können Sie zumindest teilweise die Leistungen einer Privatversicherung in Anspruch zu nehmen. Seit März 2002 nämlich haben Sie die freie Wahl unter den gesetzlichen Krankenkassen. Falls Ihre Kasse, neben dem Pauschalbeitrag, einen Zusatzbeitrag verlangt, können Sie sich das Geld sparen und in eine günstigere gesetzliche Krankenkasse wechseln. Den ersparten Beitrag können Sie aufwenden, um mit einer privaten Krankenzusatzversicherung mehr Leistungen fürs gleiche Geld zu bekommen.

notwendig Krankentagegeld

Bei Krankheit erhalten Arbeitnehmer normalerweise für mindestens sechs Wochen Ihr Gehalt weiterhin vom Arbeitgeber gezahlt (Lohnfortzahlung).

Danach gibt es für gesetzlich Krankenversicherte nur noch das Krankengeld. Das entspricht 90 Prozent des Nettogehaltes, maximal aber 70 Prozent des Bruttoeinkommens und wird maximal für eine Dauer von 18 Monaten gezahlt. Danach würden Sie ausgesteuert werden und müssen gegebenenfalls einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen.

Die Differenz daraus lässt sich mit einem privaten Krankentagegeld schließen.

unnötig Tagegeld im Krankenhaus

Krankenhausaufenthalte sind recht selten notwendig und dauern meist auch nur wenige Tage. Ein Krankenhaus-Tagegeld halten wir für nicht notwendig. Denn immerhin erhalten Sie für eine Zeit von mind. 6 Wochen die volle Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Während dieser Zeit haben Sie also keine Einkommensverluste zu befürchten. Nach den 6 Wochen würde das Krankengeld von der gesetzlichen Krankankasse greifen (siehe vorigen Abschnitt).

empfehlenswert Private Altersvorsorge

Als Arbeitnehmer zahlen Sie zwangsweise Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung.

Inzwischen pfeifen es sogar die Spatzen von den Dächern, dass die gesetzliche Rente nicht ausreichen wird, um das spätere Auskommen zu gewährleisten. Eine zusätzliche, private Vorsorge ist deshalb sehr wichtig.

Und je früher man damit startet, umso geringer sind die aufzuwendenen Beiträge zur Altersvorsorge. Hier greift der Zins- und Zinseszinseffekt.

Seit 2002 können Sie in jedem Fall auch Formen der betrieblichen Altersversorgung nutzen. Diese sind durch steuerliche Subventionen immer etwas günstiger. Weitere Informationen dazu finden Sie im Kapitel Gehaltsumwandlung.

unnötig Risiko-Lebensversicherung

Eine Risiko-Lebensversicherung wäre nur dann zu empfehlen, wenn Sie Familie haben oder andere, Ihnen nahestehende Menschen, wirtschaftlich von Ihnen abhängig sind und natürlich auch nur dann, wenn bislang keine ausreichende Absicherung für den Todesfall besteht.

Bei einer günstigen Versicherungsgesellschaft kostet diese Absicherung auch nicht viel.

Für Nichtraucher, die zudem auch kein Motorrad fahren sind meistens die Direktversicherer (z.B. Europa, Hannoversche Leben, Delta oder Cosmos) die preisgünstigsten. Bei Rauchern und/oder Bikern empfehlen sich dagegen andere Versicherer.

Fragen Sie uns einfach nach Ihrer günstigen Risiko-Lebensversicherung.

Statt der Risiko-Lebensversicherung können Sie auch eine Kapital-Lebensversicherung anschließen, welche dann gleichzeitig auch einen Teil der Altersvorge absichern würde.

weniger wichtig Hausratversicherung

Hausrat ist - vereinfacht gesagt - alles, was Sie bei einem Umzug mitnehmen könnten.

Aber auch fest verlegte Bodenbeläge (wie Laminat oder Parkett) zählen dazu.

All diese Dinge lassen sich gegen Feuer, Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Leitungswasser, Sturm und Hagel versichern. Auch so genannte Elementarschäden wie Erdbeben, Erdrutsch oder Überschwemmungen sind entweder automatisch mitversichert, oder lassen sich gegen einen kleinen Aufpreis mit einschließen. Mehr Info dazu im Kapitel Hausrat absichern.

unnötig Glasversicherung

Zusätzlich zu einer Hausratversicherung wird oft die Haushalt-Glasversicherung angeboten.

Die Glasversicherung halten wir nicht für notwendig, da solche Schäden eher selten sind und sich meist nur im Rahmen von unter 80 Euro bewegen. Und normalerweise können Sie dies leicht aus eigener Tasche begleichen. Ausgenommen, Sie haben ein teures Ceran-Kochfeld, welches auch über die Induktionstechnik verfügt. Weil solche Kochfelder schnell mal 1.500 Euro und mehr kosten, wäre der Abschluss einer Glasversicherung dann empfehlenswert. Achten Sie in dem Fall aber darauf, dass Ceran-Kochfelder in dem Tarif mitversichert sind.

Auch wenn Sie zur Miete wohnen und Wintergärten oder Gewächshäuser mitgemietet haben, ist eine Glasversicherung sehr sinnvoll. Fragen Sie aber vorher Ihren Vermieter, ob das Glas evtl. schon in der Gebäudeversicherung versichert wurde.

Weitere Infos haben wir Ihnen im Thema Haushalt-Glasversicherung zusammen gestellt.

Wenn Sie dagegen selbst schon Haus- oder Wohneigentümer sind, ist die Glasversicherung meistens wesentlich preiswerter über die Gebäudeversicherung zu bekommen - allerdings mit der Einschränkung, dass nur feste Gebäudebestandteile (z.B. Außenfenster) versichert sind.

weniger wichtig Privat-Rechtsschutz

Recht haben und Recht bekommen sind leider verschiedene Schuhe des gleichen Paars.

Aus Angst vor den hohen Anwalts- und Gerichtskosten scheuen sich die meisten Menschen davor, ihr Recht vor dem Gericht durchsetzen zu wollen. Denn man ist schließlich immer der ganz eigenen Auffassung des Richters ausgesetzt und auch davon, ob die Chemie zwischen dem Richter und dem eigenen Rechtsanwalt stimmig ist. Der Ausgang eines Prozesses ist also meistens vage und wenn man verliert, müssen die Kosten komplett aus eigener Tasche bezahlt werden. Fast immer übernimmt die Rechtsschutzversicherung diese Kosten.

Trotzdem gilt, wie für alle anderen Versicherungssparten auch: Sichern Sie sich finanziell nur gegen existenzbedrohliche Dinge ab. Und ein Rechtsstreit ist ja nicht zwangsläufig immer existenzbedrohlich zu nennen.

empfehlenswert Verkehrs-Rechtsschutz

Bei manchen Verkehrsunfällen geht ohne Anwalt gar nichts (besonders dann, wenn Personen zu Schaden gekommen sind). Gleiches gilt, wenn ein Führerscheinentzug droht, denn für viele Menschen ist der Führerschein existentiell wichtig. Das gilt besonders dann, wenn Sie das Auto für die täglichen Fahrten zur Arbeit unbedingt brauchen.

Für solche Fälle kann ein Verkehrsrechtsschutz sehr sinnvoll sein.

Hinweis:
Beachten Sie bitte, dass die Bewertungen immer nur unsere eigene Meinung widerspiegeln. Eine Haftung dafür kann allein deshalb nicht übernommen werden, weil im Einzelfall Abweichungen möglich sind. Zur Klärung Ihres individuellen Bedarfs können Sie jederzeit einen unserer Experten befragen.
 
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