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Pflegezusatzversicherungen

Gesetzliche Pflegeversicherung

Wie wird die Pflegestufe zugeordnet ?

Bevor die Pflegeversicherung im Jahr 1995 in Deutschland eingeführt wurde, musste der Staat streng kalkulieren und überlegen, welche Personen einen Anspruch auf finanzielle Unterstützung haben und wenn Ja, in welcher Höhe.

Der Gesetzgeber entschied sich dafür, die Höhe des Pflegegeldes vom zeitlichen Pflege- aufwand abhängig zu machen, welchen die Pflegebedürftige Person in Anspruch nimmt.

Dazu wurden drei Pflegestufen eingeführt, mit einem Schwerpunkt auf die so genannte (Körperpflege, Kleidung, Nahrungsaufnahme, Toilettengänge, Mobilität und Krankheitsvorsorge). Für diese Grundpflege sieht die gesetzliche Pflegeversicherung jedoch nur eine Minimal-Leistung vor, welche die tatsächlichen Kosten bei Weitem nicht abdeckt.

Genau genommen gibt es sogar vier Pflegestufen, weil für Demenzkranke Menschen ein kleines Betreuungsgeld gezahlt wird - und zwar auch dann, wenn keine Pflegestufe vorliegt.

Das Einstufungs-Prozedere für eine Pflegestufe :

Der Antrag auf Einstufung in eine Pflegestufe muss bei der zuständigen Pflegeversicherung gestellt werden, also bei derjenigen Krankenkasse oder privaten Krankenversicherung (PKV), in welcher die Pflegebedürftige Person Mitglied ist.

Ob dem Pflegebedürftigen eine Pflegestufe und somit eine finanzielle Leistung gewährt wird, entscheidet bei Kassen-Versicherten der medizinische Dienst der Krankenversicherung.

Für privat Versicherte hingegen ist die Medicator AG zuständig. Beide Organisationen haben für die Beurteilung der Pflegestufe einen identischen Fragenkatalog, handeln also
nach identischen Richtlinien.

Die einzelnen Pflegestufen und deren Unterschiede :

Sehen Sie hier die Pflegestufen und die Kriterien, die jeweils erfüllt sein müssen.

  • Pflegestufe 0 :

    In Pflegestufe 0 werden Personen mit einer "eingeschränkten Alltagskompetenz" eingestuft. Viele Menschen brauchen zwar regelmäßig Unterstützung, um in den eigenen vier Wänden bleiben zu können - jedoch nicht so viel, dass Ihnen die Pflegestufe 1 zugewiesen werden kann.

    Wer keinen Anspruch auf eine Pflegestufe hat und somit auch keinen auf eine Pflegerente, kann unter Umständen ein sogenanntes Betreuungsgeld erhalten, sofern eine „eingeschränkte Alltagskompetenz“ aufgrund von Fähigkeitsstörungen festgestellt wird. Je nach Grad der Störung beträgt das Betreuungsgeld 100 € pro Monat, in schweren Fällen verdoppelt es sich. Wie in unseren News berichtet, wird das magere Betreuungsgeld ab 2013 aber deutlich erhöht.

  • Pflegestufe 1 :

    In die Pflegestufe 1 werden „erheblich Pflegebedürftige“ Menschen eingestuft.

    Ein erheblicher Pflegebedarf liegt vor, wenn 1x täglich bei mind. zwei Verrichtungen Hilfe gebraucht wird für Körperpflege, Ernährung oder Mobilität und wenn zusätzlich mehrfach in der Woche eine Hilfe für die hauswirtschaftliche Versorgung notwendig ist. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Durchschnitt mindestens 90 Minuten täglich betragen. Auf die Grundpflege müssen mindestens 45 Minuten pro Tag anfallen.

  • Pflegestufe 2 :

    In die Pflegestufe 2 werden zu betreuende Menschen eingestuft, die mindestens dreimal pro Tag zu verschiedenen Tageszeiten für Körperpflege, Ernährung oder Mobilität und innerhalb einer Woche zusätzlich mehrfach Hilfe brauchen bei der Wohnungspflege. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens 3 Stunden betragen. Für die tägliche Grundpflege müssen zudem mindestens 2 Stunden notwendig sein.

  • Pflegestufe 3 :

    In Pflegestufe 3 - also in die höchste Pflegestufe - werden schwerst Pflegebedürftige Menschen eingestuft. Bei solchen Personen wird eine derart große Hilfestellung benötigt, dass ein konkreter Hilfebedarf quasi rund um die Uhr erforderlich ist.

    Der wöchentliche Zeitaufwand muss mindestens 35 Stunden betragen, also im Durchschnitt 5 Stunden pro Tag. Dabei müssen für die Grundpflege täglich 4 Stunden oder mehr benötigt werden, um eine Einstufung in die Pflegestufe 3 zu erhalten.

 
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