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Ratgeber Versicherungen - Vergleich und Tipps zur Versicherung
Wer braucht welche Versicherung?
Auszubildende
Als Azubi stehst Du ganz am Anfang Deines beruflichen Werdegangs.
Vielleicht ist die ein oder andere Versicherung notwendig, vielleicht nicht.
Und wenn, dann soll es ja vor allem preiswert sein. Ist ja sowieso klar.
Das Thema „richtig versichern” ist leichter als Du denkst, wenn zunächst einmal die folgenden drei Regeln beherzigt werden:
1. Das ein oder andere mal werden sich bestimmt einige „Berater” bei dir melden mit dem Vorwand, dich über die gesetzlichen Sozialversicherungen beraten zu wollen und/oder über gesetzliche Förderungen. Hierbei handelt es sich jedoch immer um Versicherungsvertreter oder Strukturvertriebe, welche Dir eine Kombination aus einer teuren Unfallversicherung und Lebensversicherung verkaufen wollen. Diese Produkte sollen Dir dann als Jungendschutzbrief oder Jugend-Sicherheitsbrief oder unter zahlreichen anderen Namen schmackhaft gemacht werden.

Lasse Dich davon nicht ködern und schließe vor allem keinen Vertrag über solche angeblichen „Berater” ab. Solche Angebote sind fast immer stark überteuert.
2. Sichere Dich finanziell nur gegen die wirklich existenzbedrohenden Gefahren ab.
3. Verlasse Dich in den ersten 5 Jahren niemals auf die staatlichen Systeme, denn während dieser Zeit hast Du dort so gut wie gar keinen Schutz.
Bevor sich also irgend ein Vertreter bei dir anmeldet, solltest Du dich immer gründlich informieren oder Zweitmeinungen von anderen Vertretern einholen; besser sogar von unabhängigen Beratern wie uns, welche alle Versicherungen vergleichen können.
So sind die einzelnen Bewertungen zu verstehen:
notwendige Absicherung   empfohlene Absicherung   weniger wichtige Absicherung   unnötige Absicherung
notwendig Berufsunfähigkeit
Im Jahr 2001 wurde die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente abgeschafft. Die Leistungen beschränken sich jetzt nur noch auf eine so genannte Erwerbsminderungsrente.
In den ersten fünf Jahren Deines Arbeitslebens hättest Du aber nicht mal darauf einen Anspruch. Denn die Vorschrift ist, dass Du erst einmal 60 Monate lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen musst, um einen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente zu haben.
Wenn Du also aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls Deinen Beruf nicht weiter ausüben kannst, zahlt Dir die staatliche Rentenversicherung nicht einen einzigen Cent. Deshalb ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung für Azubis sehr wichtig.
Mehr Infos dazu findest Du im Kapitel Berufsunfähigkeitsversicherung.
notwendig Private Haftpflicht
Wer anderen einen Schaden zufügt, haftet dafür in unbegrenzter Höhe.
Meistens ist es ja nur die Brille, auf die man getreten ist oder der Rotwein, der versehentlich auf das Sofa gekippt wurde. Solche Schadenersatzansprüche können manchmal zwar auch sehr teuer werden, führen aber wohl kaum in den finanziellen Bankrott.
Sollten jedoch Personenschäden mit im Spiel sein, können die Regressansprüche schnell in die Hunderttausende oder sogar in Millionenhöhe gehen. Eine private Haftpflichtversicherung ist deshalb ein absolutes Muss und kostet bei günstigen Versicherern wirklich nicht die Welt (für Singles ab etwa 32 EUR pro Jahr, für mehrere Personen ab ca. 40 EUR).
notwendig Unfallversicherung
Bleibende Schäden nach einem schweren Unfall bedeuten oft hohe Kosten, z.B. für den behindertengerechten Umbau der Wohnung oder des Autos.
Dein Arbeitgeber hat Dich automatisch bei der Berufsgenossenschaft angemeldet und zahlt dort für Dich die Beiträge. Die Berufsgenossenschaft als gesetzliche Unfallversicherung leistet jedoch nur dann, wenn es sich um einen Arbeitsunfall handelt. Die meisten Unfälle geschehen jedoch in der Freizeit.
Ein weiterer Leistungsträger wäre die gesetzliche Rentenversicherung. Alle Arbeitnehmer (auch Auszubildende) sind dort Pflichtmitglied. Die ges. Rentenversicherung zahlt ihren Versicherten eine kleine Erwerbsminderungsrente, falls diese den Job entweder gar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausüben können.
Als Azubi hast Du jedoch überhaupt keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente.
Denn um solch einen Rentenanspruch zu erwerben, musst Du vorher 60 Monatsbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben (davon die letzten 36 Monate ununterbrochen).
Eine private Unfallversicherung ist deshalb sehr zu empfehlen.
notwendig Krankenversicherung
Als Azubi bist Du in der Regel in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert.
Die Beiträge dort werden prozentual von Deinem Einkommen berechnet. Je mehr Du also verdienst, umso höher sind die Beiträge.
Die Leistungen der gesetzlichen Kassen sind zwar zu 95 Prozent identisch, doch gibt es große Beitragsunterschiede. Und Du hast immer das Recht, Deine Krankenkasse selbst auszuwählen. Das musst Du Deinem Arbeitgeber aber rechtzeitig mitteilen, denn sonst meldet er Dich bei seiner üblichen Krankenkasse an und Du wärest dort 18 Monate lang gebunden (außer, wenn die Krankenkasse ihren Beitragssatz erhöht).
Wenn Du die mageren Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen erweitern möchtest, kannst Du auch eine private Zusatzkrankenversicherung abschließen. Damit können viele Leistungen (z.B. für Zahnersatz, Sehhilfen, Krankenhaus usw.) erweitert werden.
Viele private Zusatzversicherungen bieten sogar extra günstige Beiträge für Leute in der Ausbildung an.
weniger wichtig Krankengeld / bzw. Krankentagegeld
Bei Krankheit bekommst Du von Deinem Arbeitgeber mindestens 6 Wochen lang das komplette Gehalt weiter gezahlt (gesetzlich vorgeschriebene Lohnfortzahlung). Manche Arbeitgeber zahlen sogar bis zu einem halben Jahr das Gehalt weiter.
Nach dem Ende der Lohnfortzahlung würde Dir die gesetzliche Krankenkasse ein sog. Krankengeld zahlen. Das Krankengeld entspricht 70 Prozent des Bruttoeinkommens, maximal aber 90 Prozent von dem, was Du Netto bekommst.
Die Differenz daraus kannst Du mit einer privaten Tagegeldversicherung ausgleichen.
Solch ein zusätzliches Tagegeld macht aber nur dann Sinn, wenn Du feste Verpflichtungen hast und notfalls keine finanzielle Unterstützung von anderen (z.B. den Eltern) erhalten würdest.
unnötig Tagegeld im Krankenhaus
Als Arbeitnehmer bekommst Du für mind. 6 Wochen eine fest zugesicherte Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.
Manche Arbeitgeber zahlen sogar bis zu einem halben Jahr das volle Gehalt weiter. Danach würde das Krankengeld aus der gesetzlichen Krankenkasse greifen. Für Arbeitnehmer ist ein Krankenhaus-Tagegeld deshalb nicht notwendig, so zumindest sehen wir das.
Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit von Krankenhausaufenthalten recht gering und in den meisten Fällen ist man nach wenigen Tagen wieder entlassen.
erstmal nicht wichtig Private Altersvorsorge
Während der Ausbildung ist das Geld meist knapp.
Eine zusätzliche private Vorsorge ist zwar sehr wichtig, kann aber noch warten.
Spätestens mit 30 bis 35 Jahren solltest Du aber aber daran denken, denn je früher Du damit beginnst, desto weniger musst Du für Deine Altersvorsorge aufwenden (Zinseszinseffekt).
erstmal nicht wichtig Risiko-Lebensversicherung
Nur wenn andere Menschen finanziell von Dir abhängig sind und Du noch keine ausreichende Absicherung für den Todesfall hast, kann eine Risiko-Lebensversicherung sinnvoll sein.
Bei einer günstigen Versicherungsgesellschaft kostet solch eine Versicherung zudem auch nicht viel. Wenn Du Nichtraucher bist und auch kein Motorrad fährst, sind meistens die Direktversicherer (z.B. Europa, Hannoversche Leben, Delta oder Cosmos) am günstigsten. Andernfalls würden sich andere Versicherer empfehlen.
Weil es aber Beitragsunterschiede von bis zu 300 Prozent gibt, solltest Du dir vorher immer einen Komplett-Vergleich erstellen lassen. Im Zweifel Nachricht an dewionfrage uns einfach nach Deiner preiswertesten Risiko-Lebensversicherung.
weniger wichtig Hausratversicherung
Unter dem Begriff Hausrat stelle Dir - vereinfacht ausgedrückt - einfach alle Sachen vor, welche Du bei einem Umzug mitnehmen könntest. All diese Sachen lassen sich gegen Feuer, Einbruchdiebstahl, Vandalismus, Leitungswasser, Sturm und Hagel versichern.
Auch Elementarschäden (z.B. durch Überschwemmungen, Erdrutsch oder Lawinen) können bei den meisten Versicherungen mit abgesichert werden.
Solange Du aber noch keine eigene Wohnung hast, wäre diese Versicherung völlig unnötig. Falls Du dagegen schon in deinem eigenen Reich wohnst und Deine Möbel nicht nicht nur aus „Jaffa-Kisten” oder Second-Hand-Möbeln bestehen, könnte eine Hausratversicherung durchaus Sinn machen. Mehr Infos dazu findest du hier.
unnötig Glasversicherung
Eine Glasversicherung halten wir nicht für notwendig, da solche Schäden eher selten sind und sich oft nur im Rahmen von 80 EUR bewegen. Das Verhältnis zwischen Schadenhäufigkeit und Beitrag ist also nicht gegeben.
Wenn Du jedoch zur Miete wohnst und zur Wohnung auch Wintergärten oder Gewächshäuser gehören, kann eine Glasversicherung durchaus sinnvoll sein. Bitte frage aber vorher Deinen Vermieter, ob er das Glas nicht schon in seiner Gebäudeversicherung mitversichert hat.
Das gleiche gilt, wenn Du ein teures Ceran-Kochfeld in der Küche hast, welches auch über die Induktionstechnik verfügt. Weil solche Kochfelder schnell mal 1.500 Euro und mehr kosten, kann sich auch hier der Abschluss einer Glasversicherung durchaus lohnen.
Tipp
Wenn Du jetzt bereits ein Einfamilienhaus oder eine Doppelhaus-Hälfte besitzt, kannst Du die Glasversicherung über die schon bestehende Gebäudeversicherung oft viel preiswerter erhalten. Das oben genannte Ceran-Kochfeld wäre dann aber nicht mitversichert.
unnötig Privater Rechtsschutz
Recht haben und Recht bekommen ist meistens nur eine Sache des besseren Anwalts. Doch die hohen Anwalts- und Gerichtskosten schrecken oft ab, wenn man sein Recht durchsetzen möchte und sich keinen guten Anwalt leisten kann. Für solche Fälle kannst Du eine private Rechtsschutzversicherung abschließen. Damit bekommst Du die Kosten für alle versicherten Rechtssachen erstattet. Notfalls würden daraus sogar Strafkautionen bezahlt werden.
Trotzdem gilt auch hier, wie für alle anderen Versicherungssparten:
Sichere Dich nur gegen Dinge ab, die Deine finanzielle Existenz bedrohen können.
Und ein Rechtsstreit ist nicht unbedingt existenzbedrohlich zu nennen.
nicht wichtig Verkehrs-Rechtsschutz
Eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung ist primär nicht notwendig.
Bei manchen Verkehrsunfällen aber geht ohne Anwalt gar nichts (besonders dann, wenn die Schuldfrage unklar ist und Du keinen im Auto Zeugen hattest). Gleiches gilt, wenn Dir ein Führerscheinentzug droht und Du nur mit dem Auto zur Arbeit gelangen kannst.
Für solche Fälle kann eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung durchaus sinnvoll sein.
Tipp
Falls Deine Eltern bereits eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung besitzen, können sie Dein Fahrzeug oft mit in den bestehenden Vertrag aufnehmen lassen. Das ist billiger, als wenn Du eine eigene Rechtsschutz abschließt. Wenn Du also einen guten Draht zu Deinen Eltern hast, so frage sie erstmal nach einer Mitversicherung. Die Mitversicherung ist aber nur dann möglich, wenn Du offiziell noch bei Deinen Eltern wohnst (dort also laut Adresse im Personalausweis noch polizeilich gemeldet bist).
Hinweis:
Beachte bitte, dass die Bewertungen lediglich unsere eigene Meinung wiederspiegeln. Eine Haftung kann allein deshalb nicht übernommen werden, weil im Einzelfall Abweichungen möglich sind. Zur Klärung Deines individuellen Bedarfs kannst Du jederzeit einen unserer Nachricht an dewionExperten befragen.
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Stand der Datei: 19.08.2008| Copyright 1999 - 2010 dewion.de