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GKV / Krankenkassen
Gesetzliche Kassen
Wie wechsele ich die Krankenkasse?
Wer eine zu teure oder unpassende Krankenkasse hat, sucht natürlich so schnell wie möglich nach besseren Möglichkeiten.
Hier erfahren Sie, wann und mit welchem Prozedere sich Ihre Krankenkasse kündigen lässt - und wie ein Wechsel im einzelnen vonstatten geht.
Gesetzliche Kündigungsfristen ...
Nicht immer können Sie Ihrer Krankenkasse ganz so einfach kündigen.
Je nach Einkommen und Tätigkeit gelten folgende Bestimmungen:
Pflichtversicherte Arbeitnehmer
Dazu zählen alle Angestellten, die ein Bruttoeinkommen von weniger als 54.900 Euro pro Jahr haben. Wer als Arbeitnehmer weniger als 54.900 Euro im Jahr verdient, muss sich also per Zwang im System der gesetzlichen Krankenkassen versichern. Der Wechsel in eine private Krankenversicherung ist in dem Fall nicht möglich. Wenigstens aber besteht die freie Wahl unter den gesetzliche Kassen, denn es gibt dort durchaus Unterschiede. und Sie können die Mitgliedschaft in Ihrer jetzigen Kasse zum Ende des übernächsten Monats beenden. Wenn Sie Ihrer Krankenkasse noch in diesem Monat kündigen könnte die Mitgliedschaft bei der neuen Kasse also bereits zum 01. Februar nächsten Jahres starten.
Achtung: Eine Kündigung ist immer nur dann möglich, wenn Sie bei Ihrer derzeitigen Kasse mindestens 18 Monate lang versichert waren. Sind Sie gar in einem der Wahltarife versichert, sind Sie sogar 36 Monate lang an die Krankenkasse und gleichzeitig an diesen Wahltarif gebunden. Selbst wenn die Kasse einen Sonderbeitrag angesichts finanzieller Engpäse erheben sollte, wäre dies kein ordentlicher Kündigungsgrund.
Freiwillig versicherte Arbeitnehmer
haben ebenfalls die Möglichkeit, in eine andere gesetzliche Krankenkasse zu wechseln, sofern die Mitgliedschaft bei der jetzigen Kasse mindestens 18 Monate lang bestand.
Sollte Ihr jährliches Bruttoeinkommen in diesem Jahr mindestens 54.900 EUR betragen und auch in den letzten 2 Jahren davor nicht unter den gelegen haben, so hätten Sie zum 01.01.2016 zudem die Möglichkeit, in eine private Krankenversicherung zu wechseln.
Der Wechsel wird mit Ablauf des übernächsten Kalendermonats gültig - gerechnet von dem Monat, in dem Sie Ihrer jetzigen Krankenversicherung den Austritt erklärt haben.
Wenn Sie Ihrer bisherigen Krankenkasse noch in diesem Monat kündigen, kann die Mitgliedschaft in der neuen also bereits zum 01. Februar nächsten Jahres starten.
Übrigens: Sie müssen die 18-monatige Mindestdauer bei der Krankenkasse generell nicht einhalten, wenn Ihr Anspruch auf die gesetzliche Familienversicherung entfällt oder wenn Sie in eine private Krankenversicherung wechseln möchten.
Selbständige / Freiberufler
haben ebenfalls jederzeit die Möglichkeit, in eine andere gesetzliche Krankenkasse zu wechseln, sofern die Mitgliedschaft bei der jetzigen Kasse mindestens 18 Monate lang bestand (oder bei Wahltarifen mindestens 36 Monate).
Für Selbständige, die nicht allzu viele Familienangehörige mitversichern müssen, ist eine Privatversicherung aber meistens lohnenswerter.
Studenten
Im Normalfall ist ein Student immer verpflichtet, sich bei einer gesetzlichen Kasse zu versichern. Bei Studienbeginn können sich Studenten aber auch innerhalb von 3 Monaten von der gesetzlichen Pflichtversicherung befreien lassen und sich privat krankenversichern. Der nächste Termin, an dem ein Student der Versicherungspflicht bei den gesetzlichen Kassen widersprechen kann wäre der Tag, an dem die Familienversicherung entfällt.
Ab dem 30. Geburtstag oder ab dem 15. Fachsemester können sich Studenten nur noch als freiwilliges Mitglied in der GKV weiter versichern und müssen dann einen Beitrag von zwischen 162,54 und 167,91 EUR entrichten (abhängig von der jeweiligen Krankenkasse).
In dem Fall können Studenten sofort in eine private Krankenversicherung wechseln und ein Wechsel lohnt sich dann eigentlich immer - vorausgesetzt, man ist bei der Antragstellung gesund, denn die Privatversicherer stellen im Antrag immer einige Fragen zur Gesundheit und können bei bestimmten Vorerkrankungen Beitragszuschläge verlangen.
Bei Exmatrikulation können Studenten in aller Regel auch wieder in das System der gesetzlichen Krankenkassen zurück kehren. Meist müssen Sie das sogar.
Alle Infos dazu finden Sie im Kapitel Krankenversicherung für Studenten.
Beihilfeberechtigte Beamte
Für Beamte gelten die gleichen Kündigungsfristen wie für freiwillig versicherte Angestellte. Die Kündigungsfrist beträgt also drei Monate. Dabei wird der Monat, in dem die Kündigung erfolgte, als voller Monat in die Frist einberechnet.
Doch sollten sich Beamte möglichst immer privat versichern, denn die gesetzlichen Kassen verfügen über keine speziellen Beihilfetarife. Dort müssen Sie stets den vollen Beitrag zahlen - obwohl Sie im Krankheitsfall nur prozentuale Leistungen entsprechend ihres Beihilfesatzes in Anspruch nehmen würden.
So funktioniert der Kassenwechsel ...
Ein Wechsel der Kasse ist relativ unkompliziert:
Erster Schritt
Zunächst müssen Sie Ihrer alten Krankenkasse die Mitgliedschaft aufkündigen. Die Kündigung muss entweder per Fax oder auf dem postalischen Wege per Einschreiben erfolgen. Gleichzeitig müssen Sie von Ihrer neuen Krankenkasse einen Aufnahmeantrag anfordern.
Zweiter Schritt
Ihre bisherige Krankenkasse ist verpflichtet, Ihnen spätestens 14 Tage nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung auszustellen. Sobald die Kündigungsbestätigung bei Ihnen vorliegt, senden Sie diese zusammen mit Ihrem Anmeldeformular an die neue Krankenkasse. Beachten Sie bitte, dass die Abmeldebestätigung zwingend bei der neuen Kasse vorgelegt werden muss, ansonsten kann der Wechsel nicht erfolgen. Durch dieses Verfahren soll vermieden werden, dass man sich rein „vorsorglich“ gleich bei mehreren Krankenkassen anmeldet.
Dritter Schritt
Wegen der seit dem 1. Februar 2009 bestehenden Pflicht, eine Krankenversicherung zu besitzen, müssen Sie bei der alten Krankenkasse die Bescheinigung vorlegen, dass Sie künftig woanders versichert sind. Diese Bescheinigung wird Ihnen von der neuen Kasse ausgestellt. Tun Sie dies nicht, wird die Kündigung unwirksam und Sie müssen vorerst in der alten Kasse verbleiben.
Das zumindest ist die offizielle Regelung. Viele Krankenkassen zeigen jedoch Verständnis und drücken auch mal ein Auge zu, wenn die Bescheinigung erst später eingereicht wird. Auf eine Kulanz der bisherigen Krankenkasse zu hoffen, kann aber auch gehörig daneben gehen - denn schließlich vollziehen Sie damit einen „Vertrauensbruch”. Besser also, Sie senden die Bescheinigung Ihrer „neuen” rechtzeitig an die „alte”.
Vierter Schritt (gilt nur für Angestellte)
Sie händigen Ihrem Arbeitgeber die Mitgliedsbestätigung der neuen Krankenkasse aus - und der Kassenwechsel ist vollzogen.
Tipps
Sonderkündigung
Sollte Ihre Krankenkasse einen Zusatzbeitrag verlangen oder den schon vorhandenen gar erhöhen, lässt sich die Mitgliedschaft jederzeit aufkündigen. Die Kündigung greift in dem Fall zu dem Datum, an dem die Beiträge steigen. Die normalerweise geltende 18-monatige Mindestdauer der Mitgliedschaft muss in solchen Fällen nicht eingehalten werden, sofern Sie nicht in einem Wahltarif versichert sind. Bei manchen Wahltarifen kann es nämlich sein, dass Sie 36 Monate zwangsweise an die Krankenkasse und den Tarif gebunden sind, ohne dass ein besonderes Kündigungsrecht besteht.
Fusion Ihrer Krankenkasse
Wenn Ihre gesetzliche Kasse mit einer oder mehreren anderen Krankenkassen fusioniert (in den letzten Jahren immer häufiger der Fall), können Sie Ihre Mitgliedschaft bis zum Wirksamwerden des Zusammenschlusses beenden.
Berufsanfänger
Wenn Sie als Berufsstarter erstmals eine krankenversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, können Sie Ihre Krankenkasse frei wählen. Sie sind also in keinem Fall an irgendeine Krankenkasse gebunden (selbst, wenn der Arbeitgeber Ihnen eine vorschlägt).
 
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