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Bausparen

Infos und Vergleich zum Thema Bausparen

Wie funktioniert das System des Bausparens?

In Deutschland spielt das Bausparen traditionell eine große Rolle, denn rund 50% der Immobilienfinanzierer setzen auch Bausparverträge für den Erwerb ihres Eigentums ein. Andere dagegen nutzen ihren Bausparvertrag einfach nur zum Kapitalaufbau.
Vereinfacht ausgedrückt sind alle Bausparkassen eine Art der Solidargemeinschaft.
Sie funktionieren deshalb (und vielleicht auch nur aus diesem Grund), weil viele Sparer das Bausparen nur als reinen Sparvertrag nutzen wollen wegen der staatlichen Förderungen aus Wohnungsbauprämie und/oder Vermögenswirksamen Leistungen.
Andere Bausparer hingegen haben vielleicht das feste Ziel, ein günstiges Darlehen für den Erwerb oder die Modernisierung der eigenen Immobilie zu beanspruchen.
Das eigentliche Prinzip ist dabei bei allen Bausparkassen gleich:
  • Jeder Bausparer zahlt monatlich eine von ihm festgelegte Summe in seinen Vertrag ein und sorgt damit für einen mehr oder minder gefüllten „Topf” bei der Bausparkasse.
  • Aus diesem Topf wird nun ein Darlehen an diejenigen Sparer der Bausparkasse gegeben, die es für die Finanzierung eines Hauses oder einer Eigentumswohnung benötigen.
    Aus den Zinsen und Tilgungen dieser Kredite wird der „Topf” regelmäßig wieder gefüllt.
So entsteht ein natürlicher Kreislauf, bei dem die Sparer ein gewisses Kapital aufbauen können und Guthabenzinsen dafür erhalten, während die Haus- oder Wohnungskäufer entsprechende Zinsen für das Darlehen zahlen müssen.
Diese „Symbiose” funktioniert aber immer nur solange, wie genügend Sparer vorhanden sind. Das ist völlig logisch. Denn aus einem Topf kann immer nur so viel entnommen werden, wie darin enthalten ist.
Damit das Verhältnis zwischen Sparern und Kreditnehmern in der Waage bleibt, muss es deshalb feste Regelungen geben, bevor ein Bausparkredit ausgezahlt wird:
  • Zuerst muss die Bausparsumme bestimmt werden.
    Sollte zum Beispiel ein späterer Finanzierungsbedarf von 50.000 EUR bestehen, muss die Bausparsumme auch genau über diese 50.000 EUR abgeschlossen werden. Sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Bausparer diese Summe später auch erhalten.
  • Außerdem muss der angehende Bausparer einen Tarif bei der Bausparkasse auswählen, welcher die Sparzinsen festlegt und auch die zu zahlenden Zinsen bei einer möglichen Inanspruchnahme des Immobilienkredits.
  • Bevor später ein Immobilienkredit ausgezahlt werden kann, muss ein bestimmtes Mindestkapital in den Bausparvertrag eingezahlt worden sein. Die Bausparkassen bezeichnen dies manchmal als „Mindestleistung”, meistens aber als „Regelsparbeitrag”.
    Je nach Bausparkasse und Tarif fällt der Regelsparbeitrag übrigens sehr unterschiedlich aus. Oft ist dies ein bestimmter Prozentsatz der Bausparsumme, der je nach Tarif und Bausparkasse zwischen 30% - 50% liegt.
    Bei einem benötigten Darlehen von beispielsweise 50.000 EUR hieße das, dass ein Bausparer erstmal zwischen 15.000 und 25.000 EUR selbst in seinen Vertrag einzahlt haben muss, bevor er den Kredit in Anspruch nehmen kann.
    Die Einzahlungen müssen in aller Regel durch monatliche Raten erfolgen. Bei einer Bausparsumme von 50.000 EUR und einer 50%-igen Ansparung muss der Bauparer monatlich also mindestens 5 Promille der Bausparsumme in den Vertrag einzahlen (umgerechnet 250 EUR pro Monat). Zudem sind auch Sonderzahlungen möglich.
  • Die Differenz zwischen der Bausparsumme und dem angesparten Geld nennt man den Darlehensanspruch. In dem obigen Beispiel wären es 25.000 EUR an Darlehensanspruch. Die Dauer der Ansparphase ist deshalb an eine bestimmte Mindestzeit gebunden. Normalerweise aber ergibt sich die Zeit der Ansparphase automatisch, sofern sich der Sparer an die Regelsparbeiträge hält. Bei dem oben genannten Beispiel würde sich bei einer 50%-igen Mindestansparung eine Ansparphase von etwa 8 Jahren ergeben. Rein rechnerisch zwar erstmal mehr, aber es kommen ja noch die Guthabenzinsen hinzu, so dass nach 8 Jahren die 50% erreicht sein dürften.
  • Nachdem der prozentual erforderliche Mindestbetrag angespart wurde, enstehen zunächst bestimmte Wartezeiten, bevor das Darlehen endgültig zur Auszahlung kommen kann. Diese werden Zuteiligungszeit genannt und sind allein abhängig davon, welches Verhältnis zwischen den heraus gegebenen Darlehen und den laufenden Geldeingängen durch Sparer derzeit besteht.
Den Zeitpunkt des Darlehensanspruchs ermitteln fast alle Bausparkassen übrigens nach den so genannten „Bewertungspunkten”. Turnusmäßig überprüfen die Bausparkassen deshalb den gesamten Topf, addieren die Darlehensansprüche aller Kunden zusammen und errechnen daraus, wie viele Darlehen an wie viele Sparer ausgezahlt werden können. Sollte der Topf komplett ausreichen, bekommt jeder sein Darlehen (was aber eher unwahrscheinlich ist). Reicht der Topf jedoch nicht (was regelmäßig der Fall sein dürfte), werden vorerst nur diejenigen Bausparer berücksichtigt, deren Bewertungspunkte am Höchsten sind.
 
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Stand der Datei: 12.07.2008| Copyright 1999 - 2012 dewion.de